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      Götti Heiri

Lebenslauf Heinrich Imdorf   (16.Okt. 1924 – 21.Jan. 2013)

Heinrich Imdorf  (Heiri) wurde 1924 als Sohn von Heinrich und Frieda Imdorf- Friedli im Kanton Zug geboren. Wahrscheinlich weil beide Eltern ursprünglich aus dem Berner Oberland waren, zogen sie mit dem 1 ½ jährigen Sohn nach Chriesbaum ob Frutigen, wo der Vater Arbeit in der Schiefergrube Frutigen fand. Im Chriesbaum wurden seine Schwestern Theres und Frieda geboren.

Nach dem Wohnortwechsel nach Schwandi besuchten die 3 Kinder zuerst dort die Primarschule, und nach dem Umzug 1938 auf die Pletschen die Primarschule Kien bis zum Schulende. 

Nach dem Ende der Schulzeit fand Heiri einige Jahre Arbeit als Mineur  in der Kohlengrube Kandergrund – alte Fotos zeugen von der sehr harten Arbeit unter Tage in den oft nur sehr engen Stollen.

                            

Heiri sen. und Heiri  jun. in der Kohlengrube                                                  Göpf, Pascal und Heiri im 2002

 

Anschliessend konnte Heiri eine Lehre mit Abschluss in der Sägerei Jakob Bettschen als Säger machen. Er arbeitete dort nach der Lehre in der Sägerei und teilweise auch während ca. 8 Jahren als LKW-Chauffeur.  Nach vielen beruflichen Weiterbildungen von technischen Fernkursen bis zum Platzmeisterkurs in Biel stieg er zum Vorabeiter mit Verantwortung für Produktion und Spedition auf. Im Laufe der Jahre entwickelte und konzipierte er zusammen mit dem Besitzer Walter Bettschen alle Neubauten und technischen Anlagen im Sägewerk. Dem heutigen Sägewerk Bettschen AG blieb er bis zur Pensionierung treu und verfolgte die weitere Entwicklung der Firma auch nachher genau.

Beim Bau 1950 seines eigenen Wohnhauses  auf der Pletschen machte er fast alle Holzarbeiten, von der Planung, über den Abbund der Tragkonstruktion bis zur Fassadeninschrift selber.

1953 lernte er seine Lebenspartnerin Greti Christen aus Reudlen kennen,  erst etliche Jahre später aber verliess er offiziell seinen Wohnsitz auf der Pletschen und zügelte zum Greti nach Reudlen.

Heiri war auch nebenberuflich sehr aktiv, die folgende Aufzählung seiner Tätigkeiten zeugen von seinen vielfältigen Interessen, in die er wenn möglich auch seine Verwandtschaft und Bekanntschaft einbezog:

Da waren seine Gebirgstouren und seine Bergwanderungen, wo oft auch Nichten und Neffen mitkommen durften

Da waren seine vielen Reisen die er mit Greti unternahm

Da war seine private Holzwerkstatt mit Drechslerei und Holzschnitzerei

Da gab es seinen Keller auf der Pletschen, wo er viele Laibe Hobelkäse lagerte und pflegte. Sich überhaupt sehr mit dem Thema gut essen und trinken beschäftigte, angefangen von Kochkursbesuchen bis zum Besuch von Weinkellereien vor allem im Wallis und Veltlin. Alles immer intensiv – es gab bei allen seinen Tätigkeiten keine ,halben Sachen‘.

Da gab es weiter seine 30 jährige Tätigkeit im Samariterverein, als Samariterlehrer und Helfer bei der Bergrettung.

Er war Gründungsmitglied und später Schützenmeister bei den Militärschützen Reichenbach

                                  

Er war Aktuar (Sekretär) im Vorstand der Raiffeisenkasse Reichenbach

Er war viele Jahre Brunnenvogt der Brunnengenossenschaft Pletschen, auf seine Initiative wurde das Wasserleitungssystem von der ,Arisallmi‘ bis auf die Pletschen erneuert , nicht immer zur Freude von den Neffen, den die mussten selbstverständlich mitarbeiten.

Er war ehrenamtlicher Bezirksleiter Kiental von 1974 bis 1994 der Berner Wanderwege - das betrifft 136 km Wanderwege, die er mindestens 1x pro Jahr kontrollieren und Markierungen erneuern musste

Er kämpfte und setzte durch, dass die Bäuert Kien-Aris als erste mit dem Bau der Kanalisation begann und so die Bäuert zu mehr Subventionen als die später beginnenden Gemeindeteile kam.

 

Dann gab es natürlich zeit seines Lebens der gesellige und immer humorvolle Geniesser Heiri. Seine bis in die späten Stunden dauernden Runden auf der Pletschen bei Hobelkäse, Raclette, Walliserwein und endlosen Diskussionen sind schon fast legendär. Unzählige spontane Besucher können davon erzählen, wie er immer wieder Neues auftischte und sich gegen 2 Uhr morgens über uns Jungen mokierte, die schon so früh müde werden und nach Hause wollen.

 

Nach einer Lungenoperation vor Jahren verschlechterte sich sein Gesundheitszustand, er brauchte ein Sauerstoffgerät zum Atmen, musste öfter ins Spital oder zur Kur nach Heiligenschwendi. Wir staunten oft, dass er trotz seiner offensichtlichen Beschwerden seinen Humor bis zum seinem Tod am 21.Januar 2013 im Spital Frutigen nicht verlor.

 

Heiri, wir vermissen Dich. Deine unnachahmliche Art, Deine Geselligkeit, deine allzeitige Diskussionsbereitschaft zu allen Themen, Dein Humor und Dein herzhaftes Lachen werden unvergessen bleiben.